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Auszug aus der
Landeszeitung für die Lüneburger Heide
Nr. 229 vom Montag, 29. September 2008,
Lokales Lüneburg
"Europäer ohne geistige
Mauern"
Schleswig-Holsteins
Landwirtschaftsminister
Dr. Christian von Boetticher
zu Gast beim 59. Carl-Schirren-Tag

sel Lüneburg.
Die sogenannten AKP-Delegationen stehen auf der Wunschliste der
Europa-Parlamentarier ganz oben. „Das sind die Delegationen für die
afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten“, erläuterte Dr. Christian
von Boetticher augenzwinkernd. Bis 2004 war der Jurist Mitglied im Europäischen
Parlament, entschied sich bewusst für die Mitarbeit im Ausschuss EU/Lettland.
„Dort wurde der Beitritt Lettlands in die Europäische Union ganz konkret
vorbereitet“, erinnerte sich Dr. von Boetticher im Rahmen seines
Festvortrages, den er am Sonntagvormittag auf Einladung der
Carl-Schirren-Gesellschaft hielt.
Der Referent, so stellte ihn Professor Dr. Michael Garleff, Vorsitzender der
Gesellschaft, vor, sei in mehrfacher Hinsicht ein ausgewiesener Experte - nicht
nur, weil er promovierter Jurist, ehemaliger Europa-Politiker und seit 2005
Minister für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Schleswig-Holstein
sei. Vor allem seine familiären deutsch-baltischen Wurzeln und seine
Verbundenheit zu baltischen Staaten machten ihn zu einem „Europäer ohne
geistige Mauern“.
So sprach der 37-jährige Minister kenntnisreich, kundig und kurzweilig über
„Schleswig-Holstein und die baltischen Staaten - Der Weg zu einer neuen
Ostsee- Kooperation“. Und bevor er die Chancen im Ostseeraum aufzeigte,
betonte er, wie wichtig persönliche Beziehungen und Bindungen zu den baltischen
Staaten seien. „Schleswig-Holstein war von Beginn an stark in die Ausbildung
von Fachleuten in der baltischen Verwaltung involviert. Auch viele junge Leute
aus Lettland, Estland und später aus Litauen studieren in Schleswig
Holstein“.
Zwar machte das Bruttosozialprodukt, das im Ostseeraum erwirtschaftet werde,
weltweit nur einen Anteil von drei Prozent aus. Aber der Raum sei durch ein
stabiles sowie starkes Wachstum gekennzeichnet, sei stark in Innovation und
Forschung. Zentrale Themen in Kiel seien die Meerespolitik und die regenerativen
Energien, in denen das nördlichste Bundesland weltweit Vorreiter sei. Auch die
skandinavischen Staaten spielten in der Bündelung der zahlreichen Netzwerke
eine bedeutende Rolle. „In der zweiten Hälfte des kommenden Jahres übernimmt
Schweden die europäische Ratspräsidentschaft und entwickelt eine neue
Ostsee-Strategie“, kündigte der Politiker an.
Sein Festvortrag war einer der Höhepunkte des 59. Carl-Schirren-Tages. Parallel
fand der erste Baltische Jugend- und Studentenkongress statt - auch deshalb
waren unter den rund 170 Gästen im Fürstensaal rund ein Drittel junge Zuhörer.
Ein Umstand, der auch Oberbürgermeister Ulrich Mädge freute.
Kommenden Mittwoch wird er ins estnische Tartu reisen, um das 15-jährige
Bestehen der Partnerschaft zwischen den Hansestädten zu feiern.
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